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Als die Droschken fahren lernten – Autos, Android, iOS


Quelle: Wikimedia

Wie soll das gehen? haben sich unsere Vorfahren gefragt. Das Ding frisst keinen Hafer, es qualmt und stinkt und rattert, dass alle Reißaus nehmen. Automobile waren anfangs eine technologische Hürde, die mancher erst überwinden musste. So wie später den Anrufbeantworter, Sprachdialogsysteme oder Email. Heute sind die selbstfahrenden Vehikel nicht mehr wegzudenken. Mit den Antrieben kannte sich auch niemand recht aus. Benzin gab es in der Apotheke und die Hausfrau wunderte sich wohl, dass ihr Ölfläschchen der Nähmaschine immer öfter leer war. Als Jugendliche schwärmten wir von Motoren, die man tunen konnte, ein anderes Ritzel dort, eine größere Bohrung hier, schon zog die Karre wieder etwas kräftiger an. Das ist nicht so geblieben und Elektronik hat die Mechanik in den Wagen längst abgelöst. Kilometerzähler werden denn auch nicht mehr mit Bohrmaschinen im Linkslauf getunt, sondern mit einem Computer. Was mit dem Anti-Blockier-System begann, hat sich über elektrische Fensterheber, auf Knopfdruck verstellbare Spiegel, elektronische Stabilisierungsprogramme – der Elch lässt grüßen – Bordcomputer fortgesetzt. Was Antriebsmotoren an Kraftstoff einsparen, wird durch helfenden Komfort wieder zusätzlich verbraucht. Autos bleiben irgendwie eine Geheimwissenschaft.

Dabei nutzen Autofahrer bereits heute gern mobile Funktionen. Oft beschränkt sich das auf die Nutzung von Handy, Smartphone oder Tablet-PC im Wagen. Die Entertainment-Module aller namhaften Hersteller beinhalten Internetzugang, Nutzung der sozialen Netzwerke und Streamingangebote für Musik oder Video. Damit ist der CD-Wechsler im Kofferraum fast schon Geschichte. Der nächste Schritt liegt nahe. Die Bordelektronik wird in den globalen Datenaustausch eingebunden. Automobilbauer haben sich in der Open Auto Alliance (OAA) zusammengeschlossen, um Schnittstellen zu definieren, damit der Datenaustausch auch herstellerübergreifend funktioniert. Neben den Autobauern ist auch Google hier mit im Boot. Natürlich lässt Apple nicht auf sich warten und bietet mit „iOS in the car“ eine ähnliche Plattform an. Abgesehen von Datenschutzfragen bietet diese zusätzliche Komponente auch zusätzliche Schwachstellen. Momentan sind offen liegende Schnittstellen wie Internetzugang, Bluetooth oder weitere Funkverbindungen als potentielle Einfallstore für Angreifer erkennbar. Das haben Studien der University of California und der University of Washington nachgewiesen, berichtet die Redaktion Datenschutz im Februar 2014. Wenn Android zu einer allgemeinen Plattform wird, kommen die bekannten Sicherheitslücken des Google-Handy-Betriebssytems dazu.

Es mehren sich die Stimmen, dass fahrtroutenabhängige Versicherungspolicen (pay as you drive, PAYD) das Nutzerverhalten kontrollieren. Im Zusammenhang mit offen liegender Steuerungssoftware für Heizungsanlagen (heise berichtete) liegt der Verdacht nahe, dass auch Bauteile oder Komponenten von Fahrzeugen gezielt angegriffen oder ausgespäht werden können. Zusätzlich gibt es folgende Möglichkeiten den Einsatz von mobilen Betriebssystemen und des Internetzugangs im rollenden Büro zu sichern

  • WLAN-Zugang, Bluetooth-Schnittstellen absichern
  • Computerkomponenten des Fahrzeugs auf Sicherheitslücken prüfen
  • Mobile Medien in Autos in die Verschlüsselungspolitik des Unternehmens einbeziehen
  • Alle Datenträger, die in Autos transportiert werden, müssen verschlüsselt sein, damit sie bei Diebstahl geschützt sind. Ein paar bemerkenswerte Datenlecks finden Sie hier.
  • Datenträger im Auto werden in das Datensicherungskonzept eingebunden
  • Wenn Autos auch privat genutzt werden, muss gewährleistet werden, dass berufliche und private Daten nicht vermischt werden
  • Apps, die im Auto installiert werden, müssen geprüft sein, damit sie keine Schadsoftware enthalten. Tipps dazu finden Sie bei Slideshare, die Präsentation enthält auch einen Link zum TÜV Rheinland, der auch Apps unter die Lupe nimmt.

Die Checkliste zu IT-Sicherheit und Autos finden Sie hier.

Über den Autor diet46