Tragbares Telefon und Ortungssystem für Kinder

Ein neues Wearable macht sich auf den Weg. Es beinhaltet Ortungssystem und Telefon und heißt Tinitel. In schweinchenrosa gehalten und wie eine Armbanduhr im Design soll es Kinder wie Eltern ansprechen.

Tipp des Datenschutzbeauftragten

Ich füge meinen Ausführungen vom Frühjahr nichts hinzu. Gesundheitsdaten per Smartphone

Zum Artikel: TechCrunch


Foto: TechCrunch

Smarte Autos, GPS für Kinder und 19 Billionen Dollar

Datenschutz-Nachlese vom Mobile World Congress 2014 / 26.02.2014

  • Die smarten Autos kommen
  • GPS-Ortung für Kinder
  • Zahl des Tages: 13 900 000 000 000 000

Die smarten Autos kommen

Quelle: Flickr – keith ellwood

Gestern habe ich hier genug Technikkritik geäußert. Heute will ich mich in einen Schafspelz hüllen und nur leise blöken, denn es geht um nichts Geringeres als das Auto. Die Benzindroschken sind ja schon heute mit Technik vollgestopft, Fenster selber kurbeln? Das war einmal. Heute werden Knöpfchen gedrückt, Sensoren ermitteln den Optimalzustand und Hebelchen gibt es bald wohl nur noch als Vintage-Attrappe.

Heutige Autos – und Ford präsentiert gerade sein neues Focus-Modell auf dem Mobile World Congress – haben viel mehr zu bieten. Sensoren, die nicht nur den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug bestimmen, sondern auch Verkehrszeichen erkennen. Im Zweifel berechnen sie einen neuen Weg, wenn damit Sprit gespart werden kann. Qualcomm zum Beispiel bietet folgende Möglichkeiten mit seiner Snapdragon Prozessoren in Autos

  • 3D Navigation mit Sehenswürdigkeiten und Sprachansagen
  • Verbessertes Multimedia-Streaming
  • Multimodale Benutzerschnittstelle (Anwendende können entscheiden, ob sie per Knopf, Sprache oder Gestik agieren, Anm. d. A.)
  • HD Video Ausgabe
  • Smartphone Integration mittels WLAN oder USB
  • Spracherkennung für Freisprecheinrichtungen und -navigation
  • Softwareupdates per LTE
  • Konfigurierbare digitale Instrumente

Autos können nun regelmäßige Updates bekommen. Beruhigt uns das? Wird ein Auto damit sicherer? Kann man damit besser fahren? Wir werden es erleben. Für den Datenschutz heißt es nur, dass personenbezogene Daten eben auch in Autos anfallen. Welche Daten werden erhoben? Diese Auskunft bleiben die Videos und die Hochglanzprospekte schuldig. Technische Daten wie Kraftstoffverbrauch, Geschwindigkeit, Fahrbahnbeschaffenheit, Abstand zu Vorausfahrenden oder Nachfolgenden sind Parameter, mit denen sich Fahrverhalten beeinflussen lässt und die sicher das Fahren erleichtern und sicherer machen.

Gleichzeitig werden diese Daten aber angereichert mit Ortsangaben aus dem GPS-System, dem Anrufverhalten aus dem Mobiltelefon, der Innentemperatur.

Wann werden Drucksensoren in den Sitzen auch noch die Masse bestimmen und automatisch den Scheinwerferstand regulieren? Wann werden staatliche Stellen Zugriff auf die Ortsangaben haben wollen, damit Verkehrsunfälle oder andere Vergehen bzw. Verbrechen geklärt werden können? Wann werden Scheidungsanwälte Zugriff auf die Ortungsdaten haben wollen und wann werden Bilder aus Innenraumkameras dazu kommen um auch zu beweisen, dass eine Person zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort war? Welche Daten aus diesem Pool übermittelt die bordeigene Elektronik an den Hersteller, den Leasinggeber?

Zugegeben: Das ist eine Menge Zukunftsmusik gemischt mit mehreren Prisen Skepsis (Es wird aber schon weniger, finde ich). Gleichzeitig bleibt die Frage nach der Datenübermittlung an den Hersteller übermittelt werden ungeklärt. Und schließlich – das ergibt sich spätestens beim dritten Beitrag in diesem Artikel – geht es immer auch ums Geld.

Verweise


GPS-Ortung – nicht nur für Kinder

Quelle: Dr. Anja Strassburger

Wo haben Sie in Ihrer Kindheit gespielt? Mein Favorit waren Orte, von denen meine Eltern nicht immer gleich etwas wissen mussten. Das Wäldchen oder die Gartenanlage in der Nähe, dicht dabei war auch die Kläranlage, ein Fluss, der Bahndamm. Das waren aufregende Zeiten dort. In den Büschen konnte man prima Verstecke bauen, dass Flüsschen haben wir an einer seichten Stelle gestaut. Es war herrlich. Die Vorstellung, meine Aufsichtspersonen hätten mir dabei nachspioniert und hätten immer gewusst, wo wir stromern, verleidet mir nachträglich noch die Kindheit.

Für Kinder, Haustiere oder auch ältere Personen soll das Gerät „I’m Tracer“ nun Abhilfe schaffen. Mit diesem Gerät können die Lieblinge wieder gefunden werden, wenn sie abhanden kommen oder in der Wildnis stromern, biken, campen usw. Das als Arm- oder Halsband tragbare Gerät wurde auf dem Mobile World Congress 2014 in Barcelona vorgestellt. Solange GPS-Signal und Mobilfunksignal in der Nähe sind, funktioniert das sicher sehr gut. Das schränkt die Verwendbarkeit schon ein. GSM-Daten-Wildnis beginnt nach meiner Erfahrung jenseits von Spandau, Hohenschönhausen, Mahlsdorf oder Königs Wusterhausen. Da würde es also nicht klappen. Dafür ist das Gerät wasserdicht, das scheint sowieso ein Trend der MWC zu sein.

Übrigens, die verwendeten Frequenzen von 800 und 1900 MHz schließen einen Einsatz in Europa aus. Meine Empfehlung für heranwachsende junge Menschen ist sowieso, eine Vertrauensbasis zu schaffen, denn das Gerät nützt auch nur etwas, wenn es getragen wird. Also reden sie mit jüngeren oder älteren Personen und verlassen Sie sich nicht so sehr auf die Technik.

Verweis

GPS-Tracker für Kinder


Zahl des Tages: 13 900 000 000 000 000 Euros

In meiner Kindheit gab es einen Witz. Der begann mit dem Auftrag der UNO an einzelne Mitgliedsländer etwas über Elefanten zu schreiben. Die USA lassen 2 Bände schreiben: Vorkommen und Aussehen des Elefanten, Wirtschaftlicher Nutzen der Elefanten

Frankreich gibt 3 Bände in Auftrag: „Der männliche Elefant, Der weibliche Elefant , Die Liebe zwischen dem männlichen und dem weiblichen Elefanten“. Die Sowjetunion erarbeitet 4 Bände: „Karl Marx, Friedrich Engels und der Elefant, Lenin und der Elefant, Der Elefant und die große szialisstische Oktoberrevolution, Der Elefant auf dem Wege zum Kommunismus“
In der DDR werden 25 Bände geschrieben: Band 1-24: Die Erfahrungen der Sowjetunion mit dem Elefanten, Band 25: Die DDR und der Elefant.

And diese Erzählungen denke ich immer, wenn ich wieder einmal die Umsatzprognosen von S&P 500 Konzernen höre. Beim Mobile World Congress 2014 in Barcelona hat John Chambers, der CEO von Cisco Systems nun vorhergesagt, dass das Internet der Dinge einen 5 bis 10 fach größeren Einfluss auf die Gesellschaft haben wird als das Internet. Das wird auf 19 Billionen US-Dollar oder eben 13,9 Billionen Euro beziffert.

Das Internet der Dinge ist aber nicht nur eine große Zahl. Es ist auch eine große Herausforderung und eine große Möglichkeit. Ich bin freudig gespannt.