Kundenvertrauen, Diskretion und Datenschutz

Nicht nur bei Ärzten wird Diskretion geschätzt. Viele Berufe leben davon, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Anbieter und Kunden gewahrt bleibt. Und ist das Vertrauen einmal verspielt, lässt es sich nur schwer wieder herstellen. Dieser Artikel zeigt, welche Kundendaten am besten zu schützen sind und welche Maßnahmen zur Herstellung von Kundenvertrauen beitragen.



Vertrauen ist wie Papier.
Einmal zerknüllt,
wird es nicht wieder glatt.


Verfasser unbekannt

Der Arztbesuch

Ein Freund von mir war kürzlich beim Arzt und wollte gleich die Laborwerte für seine minderjährige Tochter in Erfahrung bringen. Deshalb fragte er an der Rezeption danach. Weit gefehlt, er bekam die Angaben nicht. „Das kann ich Ihnen hier nicht sagen“, teilte man ihm freundlich mit, „da könnte ja jeder zuhören. Fragen Sie im Sprechzimmer noch einmal.“ So aufmerksam sind nicht alle Dr. Thilo Weichert, beschreibt unterschiedliche Szenarien, bei denen Datenschutz in Arztpraxen wichtig ist.
Dieses Erlebnis beim Arzt zeigt die folgenden 3 Punkte, die für Datenschutz unerlässlich sind.

  • Alle müssen für Datenschutz sensibiliiert sein, sowohl Unternehmer, Management und Mitarbeiter.
  • Datenschutz spielt auch im Alltag eine Rolle. Selbst unbedarfte Fragen können einen Hintergrund haben, bei dem personenbezogene Daten ins Spiel kommen.
  • Die Umsetzung von Datenschutz beinhaltet einerseits Ablehnung, aber anderseits auch Zuwendung. Manchmal hilft eine Rückfrage, um der Problemlösung auf die Spur zu kommen. Manchmal kann die Fragestellung präzisiert werden, um Daten verwenden zu können.

Nicht nur beim Arzt können Daten öffentlich werden, die man lieber für sich behielte. Doch welche Daten genau werden von Menschen als so privat empfunden, dass sie auf die Herausgabe gern verzichten würden.

Kulturelle Unterschiede beim Diskretionsbedarf

Die Boston Consulting Group hat untersucht, welche Daten in verschiedenen Ländern als brisant empfungen werden. Dabei wurden Informationen über folgende Datenarten erhoben.

  • Alter oder Geschlecht
  • Besuchte Webseiten
  • Email
  • Finanzdaten
  • Gekaufte Artikel
  • Genauer Ort
  • Geplante Einkäufe
  • Gewählte Telefonnummern
  • Hesundheitsdaten
  • Informationen über Kinder
  • Informationen über Partner
  • Interessen
  • Kreditkartendaten
  • Markenvorzüge
  • Medienkonsum
  • Meinung über Leistungen
  • Name
  • Soziale Netzwerke
  • Persönliche Ereignisse
  • Meinung über Marken

Die befragten Länder waren USA, Kanada, Australien, Japan und ausgewählte Staaten der EU. Dabei konnte angegeben werden, ob die Daten für privat oder nicht gehalten werden. Die Zahlen für nicht privat werden im folgenden Diagramm als negative Werte dargestellt. Die genauen Angaben für alle Länder sind in der BCG-Studie auf Seite 5 enthalten.

Die Grafik zeigt, wie EU-Bürger die Schutzwürdigkeit bestimmter Datenarten einstufen. Die Angaben wurden der o. g. BCG-Studie entnommen. Es gibt für alle Datenarten einen Bereich von Untentschlossenen von bis zu 30 %.

Diese 4 Datenarten sind in EU-Staaten privat

Die folgenden Datenarten sind in EU-Staaten Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und Gro0britannien die Spitzenreiter.

  1. Kreditkartendaten
  2. Finanzdaten
  3. Informationen über Kinder
  4. Gesundheitsdaten

4 Datenarten, die in EU-Staaten als öffentlich betrachtet werden

Diese 4 Datenarten werden in den EU-Staaten eher als öffentlich betrachtet, die befragten Personen empfinden diese Daten nicht als so schützenswert.

  1. Meinung über Dienstleistungen
  2. Alter oder Geschlecht
  3. Markengewohnheiten
  4. Meinung über Marken

4 Tipps um Kundenvertrauen zu gewinnen

wer das Kundenvertrauen gewinnen, behalten oder zurückerhalten möchte, sollte sich zunächst auf die wichtigsten Daten konzentrieren. Darüber hinaus ist es wichtig, diese Punkte zu berücksichtigen.

  • Informieren Sie sich über die aktuelle Gesetzeslage
  • Informieren Sie Ihre Kunden, welche Daten Sie wozu einsetzen
  • Lassen Sie einen Juristen oder Datenschutzbeauftragten die Datenschutzbestimmungen zu prüfen
  • Halten Sie Ihre Datenschutzbestimmungen immer ein

Verweise


© weinstock – pixabay (CC0 Public Domain)

Kinder wirksam vor Kostenfallen in Apps schützen

EU-Kommissare haben Rührendes an sich. Ob es die legendären Gurken sind oder andere Geschichten, bei denen sich ein Normalbürger denkt: „Wann fangt Ihr an, Politik zu machen?“ Für Kinder – und das ist löblich – soll es nun aber Regeln geben, sie vor Abo-Fallen in Smartphone-Apps zu schützen.

Kommentar des Datenschutzbeauftragten

Manchmal frage ich mich, warum für jede einzelne Technologie ein neues Gesetz gemacht werden muss. Für Kinderwerbung eines, eines für Kostenfallen in Smartphones, eines für Kostenfallen in PCs, im Internet, auf Tablets. Ich denke, es wird nur ein Gesetz gebraucht: „Kinder abzocken ist verboten. Egal wo, egal wann.“

Zum Artikel: Welt


Foto: © stokkete- Fotolia.com

War da was? – Datenschutzabkommen

Das Datenschutzniveau in der EU ist – auch wenn sich kaum jemand daran hält – hoch. Das Safe Harbour Verfahren der USA ist eine Freiwilligkeitserklärung von Unternehmen. Deshalb sollten die beiden Datenschutzregularien angeglichen werden. Nun liefert die EU freiwillig Bürgerdaten in die USA.

Zum Artikel: Zeit online


Foto: © stokkete- Fotolia.com

Vertrauen im Netz? EU hakt nach

Die ENISA (European Union Agency for Network and Information Security, Agentur für Netzwerk und Informationssicherheit in der Europäischen Union) hat im Dezember 2013 eine Studie veröffentlicht, in der über das Vertrauen von Anwendern zu Siegeln der Informationssicherheit berichtet wird.

Studie (engl.)