Die Uber-Story: One-Night-Stand und Big-Data

In den letzten Tagen wurde größeren Kreisen bekannt, dass sich mit Big Data so Einiges anstellen lässt. Wer zum Beispiel in einer Stadt an einem Wochenende am Abend ein Auto bestellt und ein paar Stunden später in der Zielgegend wieder ein Auto bestellt, hat – so die Schlussfolgerung der Uber-Analysten – einen One-Night-Stand hinter sich. Was ist daran so bemerkenswert? Wolfang Stieler von Technology Review fasst es zusammen.

Zum Artikel: Diskretion in Zeiten von Uber


© Ed g2s – Wikimedia (CC BY SA 3.0)

Tragbares Telefon und Ortungssystem für Kinder

Ein neues Wearable macht sich auf den Weg. Es beinhaltet Ortungssystem und Telefon und heißt Tinitel. In schweinchenrosa gehalten und wie eine Armbanduhr im Design soll es Kinder wie Eltern ansprechen.

Tipp des Datenschutzbeauftragten

Ich füge meinen Ausführungen vom Frühjahr nichts hinzu. Gesundheitsdaten per Smartphone

Zum Artikel: TechCrunch


Foto: TechCrunch

Der Nuttybaum & das deutsche Bibliothekswesen – endlich digital

Zu den schönsten Dingen zähle ich Bücher und das Stöbern darin. Obwohl ich mir heute kaum mehr vorstellen kann, wie ich damals auf bei der Übersetzung eines Buches auf den deutschen Namen für parkia biglobosa gekommen bin, der zudem noch als parkia bigliobosa eingetragen war. Zum Glück gab es die Nationalbibliothek und einen alten Brockhaus in etlichen Bänden, in dem die taxonomischen Namen enthalten waren.

Reblog: heise – Deutsche Digitale Bibliothek geht in den Regelbetrieb


Foto: © stokkete- Fotolia.com

Verkaufen Sie niemals Daten

Steve Faktor, Präsident von Ideafactory, nennt in seinem neuen Artikel bei Forbes drei Gründe, warum Datenverkauf nicht zur Debatte steht.

  • Ansehen
  • Falscher Profit
  • Entgangener Gewinn

Außerdem zeigt er, wie ein Unternehmen wirtschaftlichen Wert schaffen kann und nennt doch ein paar Ausnahmen. Ursprünglich geschrieben von: Zum Artikel bei +Forbes (engl.)

… und ich sage Dir, wer Du bist … – Was soziale Netze über Kreditwürdigkeit verraten

„Sage mir, mit wem du umgehst, so sage ich dir, wer du bist.“ Dieses Prinzip des Dichterfürsten Goethe hat das Startup BigData Scoring aus Tallinn zum Geschäftsmodell gemacht und durchforstet für Banken und Versicherungen soziale Netzwerke nach Aktivitäten von Kreditantragstellern. Aus dem Geflecht der Beziehnungen und Aktivitäten wird ein Score errechnet, der über die Kreditwürdigkeit einer Person Auskunft geben soll.

Bonität vorausgesetzt

Wer Geld verleiht, erhält das Versprechen, das Geld wiederzubekommen. Unternehmen, die Darlehen geben, belassen es nicht beim Versprechen. Sie prüfen nach, ob Kreditnehmer auch in der Lage sind, den Kredit zurückzuzahlen. Diese Auskunft können sich Banken, Versicherungen oder Händler bei Auskunfteien einholen. Die bekannteste in Deutschland dürfte die Schufa sein. Daneben gibt es auch die Creditreform und weitere Firmen, die Daten über Privatpersonen und Unternehmen sammeln und bewerten. Das Bewertungsverfahren selbst ist dabei oft völlig im Dunkeln. Je treffsicherer aber der Scorewert ist, desto besser ist aber das Ansehen dieser Auskunftsfirma. Der Scorewert gibt dabei eine Wahrscheinlichkeit an, wie sicher das Zurückzahlen eines Kredits ist. Schufa und Creditreform orientieren sich dabei daran, wie oft jemand einen Kredit bereits zurückgezahlt hat. Ist das häufig der Fall, kann wohl auch künftig davon ausgegangen werden, dass ein Kredit regelmäßig bedient wird. Immer wieder wird gemunkelt auch die Wohngegend würde die Bewertung – den Score – einfließen. An derartigen Spekulationen mag ich mich nicht beteiligen.

Auf der CeBIT 2014 wurde ein Verfahren vorgestellt, um aus den Beziehungen in sozialen Netzen und aus den Aktivitäten dort einen Score-Wert zu ermitteln und ihn Banken und Versicherungen anzubieten. Mit diesem Plugin ist es in die Endrunde des Code_n-Wettbewerbs gekommen. Verträge in Estland sollen bereits vorliegen. Neu an diesem Verfahren ist, dass nicht harte wirtschaftliche Fakten in die Bewertung einfließen wie bei der Schufa oder der Creditreform, sondern weiche soziale Faktoren. Das ist eine neue Qualität. Die Kunden des Unternehmens werden dann diesen Wert in ihre endgültige Bewertung einfließen lassen. Darüber hinaus zeigt die Geschäftsidee des Startups, dass es nichts Privates gibt, sobald es einmal in der Timeline von Facebook, Twitter & Co. steht. Die Menge der veröffentlichten Daten wird ebenfalls bewertet und es soll ungünstig sein, zu viel von sich darzustellen. Was Mark Zuckerberg wohl dazu sagt? Aber so funktionieren die Kräfte eines Marktes. Die einen ziehen in diese Richtung, die anderen entgegengesetzt und Kunden stehen dazwischen und müssen sich entscheiden zwischen ökonomischen Interessen hier und sozialem Druck dort.

Social-Media-Analyse auf dem Vormarsch

BigData Scoring hat in einigen Ländern Kunden gewinnen können. Demnächst stehen Lateinamerika und China auf dem Expansionsplan. Die Endkunden werden mit Rabatten auf die Kredite dazu animiert, das Facebook-Profil für eine Analyse freizugeben. Bei den Krediten geht es um Konsumentenkredite, die außerhalb Deutschlands auch von Unternehmen ohne Banklizenz ausgegeben werden können. BigData Scoring sieht sein Produkt auch ausschließlich als Ergänzung zu vorhandenen Bewertungsmechanismen. Online-Portale wie maxda und smava spielen sicher auch eine interessante Rolle und könnten für BigData Scoring ein Türöffner sein.

Es liegt im wirtschaftlichen Interesse eines Unternehmens, Daten über die Bonität seiner Kunden einzuholen. Insofern ist eine Abfrage einer Kundenbewertung grundsätzlich aus Datenschutzsicht akzeptabel. Da es keine gesetzliche Notwendigkeit dafür gibt, ist die Einwilligung der Betroffenen vorher einzuholen. Dies ist bei der Schufa schon seit langem Brauch. In diesem Verfahren liegen die Dinge etwas anders. Zunächst muss geklärt werden, ob die Daten, die bei Facebook liegen überhaupt öffentlich zugänglich sind. In Deutschland wird dies regelmäßig verneint. Aus diesem Grund dürfen Pesonaler hierzulande auch nicht in Facebook-Profilen stöbern, bevor sie jemanden einstellen [1]. Ist dies ein Grund dafür, dass immer häufiger Headhunter aus dem europäischen Ausland engagiert werden, weil die Datenschutzregularien dort laxer sind?

Nichts Neues unter der Sonne

Das Thema Facebook und Schufa war 2012 schon einmal aufgetaucht. Die Schufa hatte das Hasso-Plattner-Institut beauftragt zu ermitteln, welche Möglichkeiten der Auswertung von Facebook-Profilen es gibt. Die Bewertungsprobleme waren damals schon offensichtlich „Praktisch aber würde ein solches Vorhaben am Zuordnungsproblem scheitern, glaubt Graubner-Müller: Welcher Hans Mustermann gehört zu welchem Schufa-Eintrag?“ [2]
Nach NDR Info wäre damals nicht nur das öffentliche Profil angezapft worden, berichtet der Spiegel [2]. Die Pläne wurden damals auf Eis gelegt. Interessant ist da das Detail, dass BigData Scoring genau seit 2012 auf dem Markt ist und ein Jahr später, nämlich 2013 den Algorithmus marktreif hatte.

Für Endkunden
  • Wer in die Nutzung dieser App einwilligt, hat gegebenenfalls schlechte Karten. Es ist genau zu prüfen, ob sich Aufwand und Nutzen lohnen.
  • Das Verfahren ist in Deutschland nicht ohne Zustimmung anwendbar. Sollte dies doch geschehen, verlangen Sie die Löschung der damit gewonnenen Daten.
  • Das Profil von sozialen Netzwerken sicherer zu machen, ist sicher eine gute Idee. [3]
  • Schauen Sie mal bei vebidoo oder yasni nach, was andere von Ihnen im Web zu sehen bekommen.
  • Es empfiehlt sich ohnehin, nicht jede Anfrage in sozialen Netzen ungeprüft anzunehmen.
Für Unternehmen
  • Am Ende wird die Genauigket der Vorhersagen darüber entscheiden, wie das Produkt akzeptiert wird.
  • Wer dieses Verfahren einsetzen will, muss sich in Sachen Datenschutz beraten lassen.
  • Die Nutzung dieser Schnittstelle bedarf einer Vorabkontrolle.
  • Die Verwendung dieser Schnittstelle muss bei den verwendeten Verfahren dokumentiert werden.
  • Welche Daten werden von der Schnittstelle übertragen? Ist es allein der Score-Wert, der zurückgeliefert wird? Welche Daten müssen Sie bereitstellen?
  • Wenn die Daten beim Kreditgeber oder dem anderen Anbieter ebenfalls verwendet werden, müssen auch diese Verfahren dokumentiert werden.
  • Wenn Sie dieses Verfahren in unterschiedlichen Ländern einsetzen, benötigen Sie unterschiedliche Fassungen der Datenschutzerklärungen, die auf die jeweilige Landessituation angepasst sind.

Links

Wie groß ist das Kundenmisstrauen gegen Online-Targeting?

Was ist Ihnen der Datenschutz wert?, Quelle: Communispace

Allgemein gesehen sind Kunden misstrauisch gegenüber Online-Targeting. Dies rührt daher, dass die Ansprache zwar zielgenau ist, aber zu viele persönliche Lebensaspekte beinhaltet und damit zu familär wird. Gleichzeitig würden 30 % der Befragten einer Studie von Communispace einen Aufpreis von 5 % zahlen, wenn damit die Garantie verbunden ist, dass die Daten nicht weitergegeben werden. Die restlichen 70 % würden lieber einen Rabatt von 5 % in Kauf nehmen, aber dafür zustimmen, dass personenbezogene Daten weiter gegeben werden.

Wenn Sie mich wirklich begeistern wollen, sollten Sie diese 3 Dinge tun
1. Verständnis dafür, dass ich glaube, meine Situation ist einzigartig und so sollten Sie mich behandeln. (Auch wenn es nicht so ist, niemand möchte ein Bundle kaufen.)
2. Lassen Sie Vorsicht mit Upselling und zusätzlichen Produkten. Ich weiß nciht alles über Ihr Unternehmen, deshalb bin ich bei Ihnen, also bringen Sie mir etwas bei, aber treiben Sie mich nicht an.
3. Stellen Sie nach dem Verkauf sicher, dass IHR Verkauf meinem Bedarf entsprach. Und, wenn Sie mich behandeln, wie Ihre MUTTER behandeln würden, dann bekommen Sie meine Vertrauen und Folgeaufträge.
Mann, Baby-Boomer, USA

Die Studie zeigt genauso, dass der größte Vertrauensverlust aus dem Verkauf oder dem Kauf von persönlichen Daten stammt. Nur 13 Prozent befürworten diese Praxis. Selbst wenn sie technisch eingewilligt haben, zeigen Kunden dazu extreme Abneigung und neigen zum Boykott von Firmen, die so vorgehen. Katrina Lerman, Senior Researche bei Communispace und Autorin der Studie: Beyond the Bull’s Eye: Building Meiningful Relationships in the Age of Big Data sagt: „Es ist schwer, diese rote Linie zu finden.“

Die Studie ist unter

Data-Mining und Gesundheitsdaten

Datenschutz-Nachlese vom Mobile World Congress / 25.02.2014

  • Gesundheitsdaten per Bluetooth
  • Data-Mining by Mobilfunktern
  • DECT – Phablet

Internet of Things – Gesundheitsdaten per Smartphone


Quelle: Wikimedia


Irgendwann, es wird schon noch, sitzen Leute in einem Büro. Sie starren auf eine Reihe Bildschirme, auf denen Bilder und eine Reihe von Zahlen zu sehen sind. Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung, Schrittanzahlen, Kalorienverbrauch, Aufenthalsort, Aktivitätflimmern pro Benutzer über die Monitore.

„Da tut sich wieder was“, zischt der Operator aufgeregt dem Kollegen zu. „Der Puls steigt, die Schrittzahl ist auf 0, die Musik ist mehr als eindeutig.“

Beide grinsen sich vielsagend an.

„Schalt mal das Bild und Ton zu“, flüstert der andere zurück, „die beiden sind ja voll in Aktion.“

„Ich glaube, wir sollten den Krankenwagen in die Nähe ordern, bei ihrem Alter.“

Fitness-Tracker waren auf der CES schon der letzte Schrei. Beim MWC legen nun die Mobilfunkprovider nach. Am weitesten geht wohl Sonys SmartBand. Dieses speichert mit der LifeLog-App, Uhrzeit, Standort und Aktivität (Fiml gucken, Telefonieren) usw. Aus Sicht des ewig grummelnden Datenschützers sind die Geräte – wie andere Wearables – fraglich. Wie immer, wenn personenbezogene Daten erhoben werden, ergeben sich folgende Fragen

  • Welche Daten werden verwendet*?
  • Wozu geschieht das?
  • Wer hat Zugriff auf diese Daten?
  • Wozu geschieht dieser Zugriff?
  • An wen werden diese Daten übermittelt?
  • Wo werden diese Daten noch gespeichert?
  • Wie lange dauert die Speicherung?

Ganz allgemein ist es wie bei jeder Messe, jeder will dabei sein, jeder hat irgendwie ein Gerät geschustert und jeder hat natürlich das beste, schönste und dollste. Bei genauerem Hinsehen bemerkt der geneigte wie der ungeneigte Beobachter, dass die Geräte oft nur mit der Produktlinie des Herstellers funktionieren und dass die Funktionen, die man braucht, gerade bei den anderen Herstellern sind. Ich fürchte, ich brauche das nicht. Und – Hand aufs Herz – ein Bluetooth-Headset habe ich schon, meine Schritte zähle ich selbst, für den Kalorienverbrauch nutze ich FDH** und den Puls zähle ich bedarfsweise und habe alles in allem 99 Euro übrig. Wer kommt mit zum Pizzaladen?
Sparsamkeit beim Umgang mit Daten ist viel wichtige als manche meinen. Denn Daten sind eben wie
Autobahnen
, wenn sie da sind, werden sie verwendet, von irgendjemandem. Das wurde in diesem Blog schon beschrieben.

Verweise

Data-Mining: Mobilfunkprovider können Datenschatz heben

Nominum zeigt auf dem MWC eine Software, mit der sich Kundenverbindungen auswerten lassen und gleichzeitig personalisierte Werbung anzeigen lässt. Dazu wertet die Software die DNS-Anfragen des Mobilfunkkunden aus. Data Mining in Verbindungsdaten

Übrigens, Nominum gehört zu den Top-Favoriten
des Telecom.com Industry Awards 2014.

DECT – Phablet

Damit es nicht heißt, ich würde nur grummeln. Ein solches Gerät habe ich schon lange gesucht DECT-Telefon als 6″ Android Home Phablet von Binatone wiederauferstanden. Schade nur, dass es nicht auch GSM-fähig ist. (Ich fürchte ohne grummeln kann ich nicht. Sie werden sich daran gewöhnen müssen.)


Fußnoten

* Verwendung umfasst die Erhebung, Speicherung und Nutzung.von Daten.
** FDH – Friss die Hälfte